Donnerstag, 26. März 2015

Dschungelkind - Film Review



Dschungelkind - Film beruhend auf wahrer Begebenheit

Dschungelkind basierend auf dem Buch Filmreview und Filmtipp


Heute gibt es mal wieder etwas aus dem Bereich Lifestyle und zwar eine Filmreview.
Der Spielfilm Dschungelkind basiert auf dem gleichnamigen Buch von Sabine Kuegler und handelt von einer Familie, die nach Papua-Neuguineas zog um dort bei dem Stamm der Fayu zu leben.
Das Buch habe ich leider bisher noch nicht gelesen, daher bezieht sich diese Review ausschließlich auf den Film.

Sabine kommt mit Ihren Eltern, ein Missionarsehepaar (der Vater Sprachforscher) und ihren beiden Geschwistern, im Jahre 1980 nach Papua-Neuguinea. Dort möchte der Vater die Sprache des Eingeborenenstamms der Fayu erforschen.
Für Sabine wird die fremde Welt im Dschungel Papua-Neuguineas schnell zur neuen Heimat.
Das andere Leben fernab der Zivilisation, fremde Verhaltensweisen und Rituale und eine komplett andere Sprache hindern sie nicht daran, offen auf Ihre neue Heimat zuzugehen und Freundschaften zu schließen.

Während Sabine und auch ihr Vater und Bruder sehr offen und unkompliziert mit der neuen Situation umgehen, haben Sabines ältere Schwester und ihre Mutter anfangs einige Anpassungsprobleme.
Die Sprache erlernt die Familie nach und nach. Sabine versucht sich mit den Kindern des Stammes anzufreunden, die der deutschen Familie gegenüber anfangs sehr skeptisch sind.

Mit der Zeit lebt sich die Familie gut ein.
Der Stamm akzeptiert Sabines Mutter, welche Wunden bei Stammmitgliedern versorgt hat und einem stark verwundeten Jungen namens Ohi vor dem Tod bewahren konnte.
Die Familie nimmt Ohi als Ihren Ziehsohn auf und schenkt ihm ein neues Zuhause.
Sabine freundet sich schnell und sehr intensiv mit Ohi an, spricht mittlerweile die Sprache der Fayu und hat im Dorf Freunde gefunden.

Aber das Leben im Dschungel hat auch viele Schattenseiten, die im Film Dschungelkind ohne Wertung und zu viele Worte und doch eindringlich dargestellt werden.
So führen die Fayu z.B. seit langer Zeit Krieg mit einem anderen Stamm.
Auch ist die Rolle der Frau und die Gewalt ein Thema und der Glaube der Fayu, dass Kranke als verflucht angesehen werden und man nicht versucht sie vor dem Tod zu retten.

Nach einiger Zeit macht die Familie Urlaub in Deutschland bei den Großeltern.
Die anfängliche Begeisterung schlägt bei Sabine schnell in Heimweh um, Heimweh nach ihrem Dorf im Dschungel Papua-Neuguineas.
Während Ihre große Schwester sich sehr wohl in Deutschland fühlt und sagt, dass sie für immer hier bleiben könnte.

Auch nach der Wiederkehr in den Dschungel wird die Familie vor weitere Herausforderungen gestellt.
So wurden Ihre Eigentümer während Ihres Urlaubs geklaut, das Dorf wird überschwemmt und der Krieg zwischen den Fayu und dem konkurrierenden Stamm setzt sich vorläufig fort. 

Der Film, welcher in Kapitel mit Überschriften (Buchkapitel nachempfunden) unterteilt ist, macht nun zeitlich einen großen Sprung und man sieht Sabine und ihren Bruder, sowie ihre Freunde des Fayu Stamms als Teenager miteinander schwimmen.
Sabines große Schwester lebt nicht mehr in Papua-Neuguinea und somit liegt in Annahme nah, dass sie in Deutschland bei den Großeltern oder in einem Internat geblieben ist.

Sabine und Ohi scheinen sich näher denn je.
Es wird nicht ganz geklärt, ob sie sich als sehr gute Freunde, Geschwister oder Liebespaar fühlen.
Sabine spricht flüssig die Sprache der  Fayu, fährt jedoch immer wieder für längere Zeit in eine Dorfschule, wo sie z.B. auch in Englisch unterrichtet wird.
Jedoch kann sie es nie abwarten, wieder nach Hause in ihr Dorf und zu Ohi zu kommen.

Aufgrund eines Schicksacksschlags beschließt Sabine den Dschungel zu verlassen und geht in ein Internet nach Deutschland.
Dort versucht sie sich anzupassen, doch ihre Traurigkeit und ihr Gefühl nicht dazuzugehören nimmt ihr jegliche Lebensfreude.
Sabine macht ihren Schulabschluss und fängt an in Deutschland zu arbeiten.
Laut ihren Worten "fuktioniert" sie einige Jahre, doch sie hat nicht mehr das Gefühl zu leben.

Zum Schluss entschließt Sabine sich wieder in den Dschungel zurückzukehren, wo ihre Familie noch immer bei den Fayu lebt.
Bei ihrer Ankunft sieht man Sabine endlich wieder strahlen.
Hier endet der Film, Sabine ist angekommen...


Fazit: Ich habe den Film sehr gerne gesehen, da er einen in eine fremde Welt entführt.
Dass die Erfahrungen und Ereignisse auf einer wahren Geschichte beruhen, macht diesen Film für mich noch interessanter.
Mir gefällt, dass der Film sehr ruhig gehalten wurde und trotz des sicher nicht einfachen Lebensstils und den Herausforderungen in einem fremden Land und einer fremden Kultur zu leben, nicht zu dramatisch verarbeitet wurde.
Lediglich zum Ende hin scheint der Film etwas überhastet und sprunghaft.
Sehr gerne hätte ich erfahren, was genau mit Sabines älterer Schwester geschehen ist.
Auch der Besuch in Deutschland hätte für mich gerne länger dauern und stärker thematisiert werden dürfen.
Letzlich wurde Sabines Leben nach der Flucht aus dem Dschungel in etwa 10-15 Minuten Filmmaterial verarbeitet.
Auch wenn der Hauptaugenmerk des Films sicher auf Sabines Kindheit und Ihre Erfahrungen im Dschungel liegen sollte, so hätte ich mir einen stärkeren Einblick in Ihre Eingewöhnungsphase und ihr weiteres Leben in Deutschland gewünscht.
Immerhin hat Sabine Ihre Kinderheit und Jugend abseits von Zivilisation, Konsum und TV verbracht.
Wie verwirrend muss es für sie gewesen sein, plötzlich in einem Land wie Deutschland zu leben und sich in die Gesellschaft einzufinden?
Sicher wurde gut aufgezeigt, dass Sabine Ihr Schwierigkeiten hatte und hier nicht glücklich geworden ist und wahrscheinlich könnte man über dieses Kapitel Ihres Lebens glatt noch einen Film drehen.
Aber ich hätte mich gefreut, wenn mehr als 10-15 Minuten auf diese Thematik gefallen wäre. Dafür hätte der Film für mich auch gerne noch länger sein dürfen (die Filmdauer beträgt übrigens 126 Minuten).
Ich werde vermutlich noch das Buch lesen oder das Hörbuch anhören, vielleicht wird dem Kapitel von Sabines Leben nach dem Dschungel etwas mehr Aufmerksamkeit gewirdmet.
Wenn nicht, ist das aber auch ok, denn auch so bekommt der Film eine Empfehlung von mir und ist sehr sehenswert.

Falls ihr neugierig geworden seid oder noch ein paar weitere Hintergrundinfos geschrieben von Sabine Kuegler nachlesen wollt, kann ich euch diesen Link empfehlen.
Hierbei handelt es sich um ein PDF Dokument von Amazon: Eine Kurzbeschreibung von Sabine Kuegler.


 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen